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Nachhaltiger Wandel: Spezialbanken fordern tragfähige Lösungen

10. Juni 2026

Hände halten ein Krankenhaus mit gelbem Warnschild in die Kamera

Die Gesundheits- und Sozialwirtschaft steht vor einer doppelten Herausforderung: Sie soll einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten und gleichzeitig ihre zentrale Versorgungsfunktion für die Gesellschaft sichern. Beides ist richtig und notwendig – in der Umsetzung entsteht jedoch zunehmend ein Spannungsfeld.

Mitte Juni hat sich die Evangelische Bank gemeinsam mit anderen Kirchen- und Spezialbanken der Genossenschaftlichen Finanzgruppe an die Öffentlichkeit gewandt, um auf mögliche unbeabsichtigte Folgen neuer regulatorischer Anforderungen aufmerksam zu machen und tragfähige Lösungen für die Praxis zu fördern. Künftig müssen Banken Nachhaltigkeitsrisiken noch stärker berücksichtigen und ihre Kreditportfolios konsequent an ESG-Kriterien ausrichten. Damit rückt auch die ökologische Nachhaltigkeit der finanzierten Einrichtungen stärker in den Fokus.

Für viele Einrichtungen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft bedeutet dies zusätzliche Herausforderungen:

  • ökologische Kennzahlen sind oft nur mit hohem Aufwand verfügbar

  • viele Einrichtungen sind strukturell energieintensiv

  • Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen sind häufig schwer refinanzierbar

Mit der weiter zunehmenden Regulierung steigt der Druck auf Einrichtungen, Emissionen zu reduzieren und entsprechende Maßnahmen nachzuweisen. Gleichzeitig fehlen vielerorts die finanziellen Spielräume für die notwendigen Investitionen. Im Ergebnis kann dies dazu führen, dass Modernisierungen verzögert werden – mit möglichen Folgen für Energieeffizienz, Investitionsfähigkeit und langfristig auch für die Versorgungssicherheit.

Vier konkrete Lösungsansätze 

Um die nachhaltige Transformation der Branche zu ermöglichen, ohne die Versorgung zu gefährden, haben wir als Kirchen- und Spezialbanken vier konkrete Lösungsansätze vorgeschlagen:

  1. Refinanzierung anpassen 
    Nachhaltige Investitionen müssen systematisch in die bestehenden Finanzierungsstrukturen integriert werden.
  2. Sonderregelungen für systemrelevante Einrichtungen prüfen 
    Die soziale Bedeutung der Branche sollte stärker berücksichtigt und regulatorisch angemessen gewichtet werden.
  3. Nachhaltigkeitsziele im Sozialrecht verankern 
    Ökologische Ziele müssen gleichrangig mit sozialen Anforderungen in Leistungs- und Vergütungssysteme integriert werden.
  4. Klimaprogramm für die Sozialwirtschaft 
    Zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele bedarf es einer gesonderten Förderlinie für den Sozialsektor.

Gemeinsame Verantwortung

Als Kirchen- und Spezialbanken bekennen wir uns klar zu Klimazielen und nachhaltigem Wirtschaften. Gleichzeitig zeigt aber die Praxis: Die Transformation gelingt nur, wenn sie mit der Versorgungsrealität der Einrichtungen zusammen gedacht wird. Gemeinsam setzen wir uns daher dafür ein, dass Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit nicht in Konkurrenz zueinanderstehen – sondern gemeinsam gelingen können.

Vollständiges Statement

Zum vollständigen Statement „Nachhaltige Transformation darf die Gesundheits- und Sozialwirtschaft nicht ausbremsen“ gelangen Sie hier.