Nachhaltigkeitspreis der Evangelischen Bank 2018

Als genossenschaftlich organisierte Kirchenbank tragen wir eine große Verantwortung. Von christlichen Werten geleitet, ist uns die gelebte Partnerschaft von Mitgliedern und Kunden sehr wichtig. Deshalb haben wir im Jahr 2018 bereits zum vierten Mal den Nachhaltigkeitspreis der Evangelischen Bank ausgelobt.

Das Motto des Nachhaltigkeitspreises 2018 lautet:

„Gemeinschaft erleben – Wandel gestalten“

Hierunter haben wir innovative Projekte unserer institutionellen Kunden aus Kirche, Diakonie, Gesundheits- und Sozialwirtschaft gefasst, die sich mit dem Megatrend Demografie befassen.

Der Preis

Der Nachhaltigkeitspreis der Evangelischen Bank 2018 prämiert drei Projekte institutioneller Kunden der Evangelischen Bank mit insgesamt 20.000 Euro.

Ausgelobt wurden die Plätze 1 bis 3:

Platz 1: 10.000 Euro   

Platz 2: 7.000 Euro    

Platz 3: 3.000 Euro     

Neben den Preisen wurde von den drei Gewinnern jeweils ein Videoclip produziert.

Die Siegerprojekte

Im Rahmen der Preisverleihungs-Gala am 20. September 2018 wurden folgende Sieger gekürt:

1. Platz „Evangelischen Regionalgemeinde Kindelbrück“

Den ersten Platz belegt die Evangelische Regionalgemeinde Kindelbrück. Hierbei handelt es sich um eine in punkto Nachhaltigkeit sehr diversifizierte Regionalgemeinde im ländlichen Raum am Kyffhäuser im Norden Thüringens. Das Projekt steht exemplarisch für besondere demografische Problemlagen unweit der früheren innerdeutschen Grenze bald drei Jahrzehnte nach der Wende. Die Evangelische Regionalgemeinde Kindelbrück hat in einem strukturell problematischen Umfeld, das stark von demografischen Entwicklungen wie Überalterung und Arbeitsmigration betroffen war und ist, einen nachhaltigen Pfad beschritten. Die Einzelbeispiele können sich sehen lassen, das Gesamtergebnis wirkt als Vorbild über den Osten Deutschlands hinaus. Die Akteure in der heute aus zehn Dörfern bestehenden Regionalgemeinde haben ernst gemacht mit den Nachhaltigkeitspotenzialen einer Kirchengemeinde, die nicht nur als geistlicher Impulsgeber vor Ort, sondern auch als Gebäude-, Flächen-, Mitarbeiter- bzw. Mitgliederbetrieb fungieren muss. Pfarrer Bechtloff hat in Zusammenarbeit mit seiner Kirchengemeinde verschiedene Projekte in den Bereichen Wirtschaft, Bau, Umwelt und Soziales entwickelt, damit die Regionalgemeinde dem demografischen Strukturwandel entgegenwirken und sich im ländlichen Raum nachhaltig, innovativ und zukunftsorientiert für heutige und kommende Generationen aufstellen kann.

www.evrgkindelbrueck.de


2. Platz „Power On“

Mit dem zweiten Preis wurde „Power On“ ausgezeichnet. „Power On“ ist eine Initiative aus Mecklenburg-Vorpommern, die vom Glauben daran getragen wird, etwas verändern zu können, „Changemaker“ und „Peacebuilder“ zu sein. In dem 200-Seelen-Dorf Belitz in Mecklenburg-Vorpommern findet seit dem Jahr 2014 einmal im Jahr ein Camp für mehr als 100 Kinder und Jugendliche unter dem Motto „Power on“ statt. Ziel ist es, mit einem Sommercamp das Leben ins Dorf zurückzuholen. In der Region gibt es immer weniger junge Menschen. Sie ziehen zum Studium oder zur Lehre in die großen Städte. Dadurch verstärkt sich der demografische Wandel in den ländlichen Regionen noch mehr. „Power On“ will die Jugend zurückbringen, wenigstens für einige Wochen im Jahr. Die Jugendlichen sollen die Möglichkeit erhalten, sich zu engagieren, um partizipativ und aktiv ihre eigene Heimat zu gestalten. Die Anzahl und der Einsatz der Mitarbeitenden sind für die strukturschwache Region im Herzen Mecklenburgs mehr als untypisch: Inzwischen engagieren sich über 80 junge Ehrenamtliche.

www.poweron-org.com


3. Platz „Theater trifft Demenz“

Das Projekt „Theater trifft Demenz“ der Evangelischen Andreasgemeinde Niederhöchstadt bei Eschborn im Main-Taunus-Kreis belegt den dritten Platz. Im Jahr 2016 hat die Kirchengemeinde die Gruppe „Theater trifft Demenz“ für Menschen mit und ohne Demenzerkrankung eingerichtet. Seit diesem Zeitpunkt treffen sich wöchentlich 15 bis 20 Personen zu theaterpädagogisch angeleiteten und gerontologisch begleiteten Übungen und Proben. Die Theatergruppe setzt sich zusammen aus demenzerkrankten Menschen, Begleitpersonen (Partner, Kinder oder Enkelkinder) und theaterbegeisterten Seniorinnen und Senioren. Jedes Jahr wird gemeinsam ein Theaterstück entwickelt und auf die Bühne gebracht. Menschen mit einer Demenzerkrankung nehmen sich im Alltag aufgrund der kognitiven Verluste als hilflos, abhängig und wertlos wahr. Dabei geht nicht selten der Blick auf noch vorhandene Fähigkeiten und Fertigkeiten verloren. Die vorrangigen Ziele der theaterpädagogischen Arbeit mit demenzkranken Menschen, Angehörigen und gesunden Seniorinnen und Senioren liegen darin, diese Potentiale sichtbar zu machen, die soziale Isolation zu durchbrechen, Momente des gemeinsamen Erlebens von Spaß und Lebensfreude zu ermöglichen und Hemmschwellen im Umgang mit demenzerkrankten Menschen abzubauen.

www.andreasgemeinde.de